Musiktherapie ist ein weiteres psychotherapeutisches Verfahren aus dem Kunstbereich. Laut Plattform musiktherapie.at ist Musiktherapie „der gezielte Einsatz musikalischer Mittel zur Behandlung von physisch und/oder psychisch erkrankten Menschen im einzel- oder gruppentherapeutischen Setting. Mit dem Medium Musik steht uns ein Ausdrucksmittel zur Verfügung, um Inhalte direkt, nicht sprachlich gebunden, mitzuteilen, ohne sie einer reflektierenden oder korrigierenden Instanz aussetzen zu müssen. /…/ Wesentlich an der Musik in der Therapie sind Aktivität und emotionale Beteiligung, nicht die Orientierung an Resultaten.“ Das kann passiv erfolgen – durch Zuhören – oder aktiv durch improvisierendes Spiel. Damit können etwa seelische Konflikte, Ängste etc. abgebaut werden. „Musik scheint vornehmlich jene Emotionen anzusprechen, die aller Wahrscheinlichkeit nach entweder genetisch bedingt sind oder sehr früh erlernt werden wie Liebe, Schmerz, Freude, Trauer und Sehnsucht.“ 1)

Das Wissen um die wohltuende Wirkung von Musik ist wie erwähnt nicht neu. Das erste Traktat der Neuzeit über Musiktherapien wurde im Jahr 1749 vom englischen Arzt Richard Brocklesby (1722 – 1797) herausgegeben. Seine Erkenntnisse basieren auf Betrachtungen von Pytagoras, Platon und Aristoteles. Brocklesby beschreibt in seinem Werk die positiven Wirkungen von Musik bei Schmerz- und Angstzuständen und auf psychisch Erkrankte.

Die heutigen Anwendungsgebiete sind vielfältig: etwa für Kinder mit Lernschwierigkeiten, bei Autismus, nach Schlaganfällen, vor, während oder nach operativen Eingriffen, in der Zahnmedizin, bei Stress und Angst, Demenz, bei diversen psychischen Problemen einschließlich Suchterkrankungen. 

 

Musiktherapie online: http://www.lieblingslied.at

Gastbeitrag von Thomas Manke, am 19. April erschienen in Musik als Therapie : Die heilende Wirkung der Musik (feeling-better.blog)